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    Markisen & Systemwahl

    Kassettenmarkise, Gelenkarmmarkise oder Pergolamarkise – was passt wann?

    Drei Begriffe, die nicht sauber nebeneinanderstehen: Dieser Vergleich zeigt, welche Bauart zu Fassade, Fläche, Windlage und gewünschter Nutzung passt.

    27. August 2026 6 Min. Lesezeitvon Thomas Ritz
    Dreiteiliger Vergleich aus geschlossener Kassettenmarkise, offener Gelenkarmmarkise und geführter PergoTex-II-Pergolamarkise

    Auf den Punkt

    Eine Kassettenmarkise ist meist selbst eine Gelenkarmmarkise: Die Kassette schützt Tuch und Technik im eingefahrenen Zustand. Eine offene Gelenkarmmarkise ist unter einem baulichen Schutz oft die schlankere Lösung. Für größere oder windoffene Flächen bietet eine schienengeführte Pergolamarkise mit Frontstützen mehr Stabilität – benötigt dafür aber Pfosten und Fundamente.

    In diesem Artikel

    Für eine frei auskragende Beschattung ohne Pfosten passt meist eine Gelenkarmmarkise; eine geschlossene Kassette schützt Tuch und Technik im eingefahrenen Zustand. Bei großen, tiefen oder windoffenen Terrassen ist eine Pergolamarkise oft belastbarer, weil ihr Tuch seitlich geführt wird und die Vorderkante auf Pfosten steht. Dafür braucht sie mehr Platz, Fundamente und einen geplanten Wasserweg.

    Zuerst die Begriffe richtig einordnen

    Kassettenmarkise und Gelenkarmmarkise sind keine strikten Gegensätze. Bei einer Gelenkarmmarkise drücken zwei oder mehr gefederte Arme das Tuch von der Fassade weg. Die Fläche bleibt darunter ohne vordere Pfosten nutzbar.

    Die Bezeichnungen offen, Halbkassette und Vollkassette beschreiben vor allem, wie gut das eingefahrene Tuch und die Technik geschützt sind:

    • Bei einer offenen Gelenkarmmarkise bleiben Tuchwelle und Arme sichtbar. Das kann unter einem Balkon oder Dachüberstand sinnvoll sein.
    • Eine Halbkassette schützt das Tuch von oben und vorne stärker, lässt aber Teile der Technik offen.
    • Eine Vollkassette schließt Tuch und Gelenkarme im eingefahrenen Zustand weitgehend im Gehäuse ein. Das ist an einer frei bewitterten Fassade besonders interessant.

    Auch Hersteller wie weinor ordnen Kassettenmodelle den Gelenkarmmarkisen zu. Die erste Entscheidung lautet deshalb nicht „Kassette oder Gelenkarm?“, sondern: frei auskragend oder geführt – und wie stark muss die eingefahrene Anlage geschützt sein?

    Der direkte Vergleich

    KriteriumOffene GelenkarmmarkiseKassettenmarkisePergolamarkise
    Tragprinzipfrei auskragende Gelenkarmefrei auskragende Gelenkarme im schließenden Gehäuseseitliche Führung plus vordere Pfosten
    Schutz im eingefahrenen Zustandgering bis mittelhoch, je nach KassettenbauartTuch wird im Schutzkasten gesammelt; Führungen und Pfosten bleiben sichtbar
    Fläche unter der Anlageohne Frontpfosten freiohne Frontpfosten freiFrontpfosten bestimmen Laufwege und Ansicht
    Eignung für große Tiefesystemabhängig begrenztsystemabhängig begrenzthäufig für größere Ausladungen und Flächen geeignet
    Windstabilitätabhängig von Modell, Größe und Montageabhängig von Modell, Größe und Montagedurch Führung und Pfosten meist höher
    Regennutzunggrundsätzlich Sonnenschutzgrundsätzlich Sonnenschutzje nach Modell leichter Regen oder ausdrücklich regendichte Ausführung
    Baulicher AufwandBefestigung an Wand, Decke oder SparrenBefestigung an Wand, Decke oder Sparrenzusätzlich Pfosten, Fundamente und Wasserführung

    Die Tabelle ersetzt keine Modellfreigabe. Zulässige Breiten, Ausfälle und Windwerte hängen immer von Anlage, Größe, Montageart und Untergrund ab.

    Wann passt eine Kassettenmarkise?

    Eine Kassettenmarkise ist oft die passende Lösung für eine normale Haus- oder Wohnungsterrasse, wenn die Fassade sichtbar bleibt und vor der Terrasse keine Pfosten stehen sollen. Im eingefahrenen Zustand wirkt die Anlage kompakt; Tuch und Gelenkarme liegen geschützt im Gehäuse.

    Sie passt besonders gut, wenn:

    • die Montagefläche weitgehend ungeschützt der Witterung ausgesetzt ist,
    • eine ruhige, geschlossene Ansicht wichtig ist,
    • die Terrasse innerhalb der freigegebenen Breite und Ausladung des Modells liegt,
    • die Fassade die erforderlichen Konsolen sicher aufnehmen kann,
    • Motor, Sensorik oder Licht elegant integriert werden sollen.

    Die Kassette macht eine Anlage nicht automatisch windfester. Im ausgefahrenen Zustand bleiben Tuchfläche, Gelenkarme und Befestigung den Lasten ausgesetzt. Die sichere Befestigung an WDVS, Mauerwerk oder Beton gehört deshalb zur Systemwahl.

    Wann reicht eine offene Gelenkarmmarkise?

    Eine offene oder halbgeschützte Gelenkarmmarkise kann technisch und gestalterisch sinnvoll sein, wenn Balkon, Dachüberstand oder eine Nische Tuch und Mechanik im eingefahrenen Zustand bereits schützen. Sie verzichtet auf ein großes geschlossenes Gehäuse und kann dadurch leichter wirken.

    Das ist eine gute Option, wenn:

    • die Anlage unter einem vorhandenen Bauteil trocken und geschützt sitzt,
    • die Mechanik nicht vollständig verkleidet werden muss,
    • die Fläche ohne Frontpfosten frei bleiben soll,
    • eine klar definierte Standardfläche beschattet wird.

    „Offen“ bedeutet nicht minderwertig. An der falschen, frei bewitterten Position steigt jedoch der Pflegebedarf. Entscheidend ist, ob der Einbauort den fehlenden Gehäuseschutz sinnvoll ersetzt.

    Wann ist eine Pergolamarkise die bessere Wahl?

    Bei einer Pergolamarkise wird das Tuch seitlich geführt. Die vordere Traverse steht auf Pfosten, sodass Windkräfte und Eigengewicht nicht allein frei auskragend an der Fassade hängen. Das macht diese Bauart für größere, tiefere oder exponiertere Flächen interessant.

    Sie passt besonders, wenn:

    • eine große Terrasse mit deutlicher Ausladung beschattet werden soll,
    • die Lage windoffen ist und ein geführtes System benötigt wird,
    • vordere Pfosten gestalterisch und in den Laufwegen akzeptabel sind,
    • geeignete Fundamente und ein definierter Wasserablauf geplant werden können,
    • je nach Produkt auch eine begrenzte Nutzung bei leichtem Regen gewünscht ist.

    Die Pfosten sind der wichtigste Unterschied im Alltag: Sie schaffen Stabilität, bleiben aber auch bei eingefahrenem Tuch sichtbar. Ihre Position muss zu Türen, Wegen, Terrassenmöbeln und einer möglichen späteren Verglasung passen.

    Sonnenschutz ist nicht automatisch Regenschutz

    Klassische Gelenkarm- und Kassettenmarkisen sind vorrangig Sonnenschutz. Feuchtes Tuch muss nach einem kurzen Regenschauer zum Trocknen wieder ausgefahren werden; bei stärkerem Regen oder Wind wird die Anlage eingefahren.

    Bei Pergolamarkisen unterscheiden sich die Produkte deutlich. Ein seitlich geführtes System kann bei ausreichender Neigung für leichten Regen freigegeben sein. Ein ausdrücklich regendichtes Textildach besitzt dagegen ein dafür entwickeltes Tuch sowie Rinne und Pfostenentwässerung. Diese Eigenschaft darf nicht von einer Produktfamilie auf jede Pergolamarkise übertragen werden.

    Wenn regelmäßiger Wetterschutz statt flexibler Beschattung das Hauptziel ist, sollten auch ein Terrassendach aus Aluminium und Glas oder ein anderes festes Dachsystem in den Vergleich einbezogen werden.

    Fassade, Pfosten und Fundamente entscheiden mit

    Eine frei auskragende Markise benötigt einen tragfähigen Verankerungsgrund an Wand, Decke oder Dachsparren. Dämmung, Vorsatzschale und Putz tragen die Anlage nicht allein. Bei einer Pergolamarkise kommen die vorderen Stützen hinzu. Deren Fundamente müssen zur Größe, Windlast und zum Baugrund passen; Pflastersteine sind kein statischer Nachweis.

    Außerdem braucht eine für Regen freigegebene Lösung ein planmäßiges Gefälle und einen kontrollierten Wasserweg. Pfostenposition, Fundament und Entwässerung werden deshalb gemeinsam festgelegt – bevor der Terrassenbelag geschlossen oder erneuert wird.

    Entscheidung in fünf Fragen

    1. Dürfen vorne Pfosten stehen? Wenn nein, bleibt die frei auskragende Gelenkarmbauart.
    2. Ist die eingefahrene Anlage baulich geschützt? Wenn nein, spricht viel für eine Vollkassette.
    3. Wie groß und tief ist die Schattenfläche? Große Ausladungen können ein geführtes System erforderlich machen.
    4. Soll die Anlage nur Schatten oder auch definierten Regenschutz bieten? Dafür zählt die konkrete Produktfreigabe, nicht nur der Begriff Pergolamarkise.
    5. Was tragen Fassade und Untergrund? Befestigung und Fundamente können die Auswahl stärker bestimmen als Farbe oder Tuchdessin.

    Bei einer Markise nach Maß prüfen wir diese Punkte beim Aufmaß gemeinsam. Für Fulda, Petersberg, Künzell, Eichenzell und den Raum bis Neuhof finden Sie die regionale Übersicht unter Markisen in Fulda.

    Quellen und Prüfstand

    Geprüft am 27. August 2026. Produkte unterscheiden sich bei Größe, Windfreigabe, Mindestneigung und Regeneignung. Verbindlich sind die technischen Unterlagen der konkret angebotenen Anlage.

    Warum Schreinerei Ritz?

    Wir sind bewusst nicht der billigste Anbieter. Unser Anspruch ist Qualität, die hält.

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    Ausgewählte Qualitätssysteme

    Wir wählen Konstruktion und Ausstattung passend zum Projekt statt nach einem starren Herstellerkatalog.

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    Beratung, Statik, Fundament, Pflaster und Montage mit einem Ansprechpartner von A bis Z.

    Thomas Ritz, Geschäftsführer der Schreinerei Ritz

    Über den Autor

    Thomas Ritz

    Geschäftsführer

    Schreiner (Tischler) · Holzkaufmann

    Thomas Ritz führt die Schreinerei Ritz in Eiterfeld in vierter Generation. Als Schreiner (Tischler) und Holzkaufmann begleitet er Beratung und Planung rund um Terrassendächer, Outdoor-Systeme und weitere Schreinerarbeiten.

    Fachgebiete: Terrassendächer und Outdoor-Systeme · Haustüren und Fenster · Naturholzböden und Schreinerarbeiten

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